
Deutsche Stahlindustrie in der Krise: Forderung nach günstigerem Industriestrompreis
Die deutsche Stahlindustrie steht vor massiven Herausforderungen. Die Produktion sinkt auf das Niveau der Corona-Krise, obwohl die Pandemie vorbei ist. Selbst die Negativ-Rekorde der globalen Finanzmarktkrise 2009 rücken in Sicht, obwohl es aktuell keine Krise am Finanzmarkt gibt. Die Halbzeitbilanz der Wirtschaftsvereinigung Stahl dürfte weiteren Zündstoff für die aktuelle Debatte über eine Deindustrialisierung Deutschlands sein.
Stahlproduktion im Sinkflug
Die Bilanzen sind eindeutig. Rohstahlproduktion: Minus 5,3 Prozent im Halbjahr. Walzstahl: Minus 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und der Absturz beschleunigt sich offenbar noch: Allein im Juni sank die Rohstahlproduktion um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Hohe Energiepreise und sinkende Nachfrage
Ein Grund für die Stahlkrise: Es wird kaum noch gebaut in Deutschland. Zinswende, Fachkräftemangel und hohe Materialkosten haben den Neubau fast zum Erliegen gebracht, entsprechend wenig Stahl wird gebraucht. Verschärft werden die Folgen des Nachfrage-Einbruchs durch die hohen Energiepreise, unter denen die Stahlwerke leiden.
"Die Stahlindustrie in Deutschland steht unter Druck – und das hauptsächlich bedingt durch die nach wie vor zu hohen Stromkosten in Deutschland", sagt Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl: "Ein zeitlich befristeter, konditionierter und intelligent gemachter Brückenstrompreis ist das, was jetzt dringend gebraucht wird."
Politik muss handeln
Bei dieser Forderung weiß die Stahl-Lobbyistin Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf ihrer Seite. Der hatte sich dafür ausgesprochen, die Kosten einer Kilowattstunde Elektrizität für Industriebetriebe auf sechs Cent herunterzusubventionieren. Doch Habeck dringt damit in der Koalition nicht durch.
Der wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums rät von der Einführung eines Industriestrompreises ab: Es bestehe die Gefahr, dass „notwendige strukturelle Anpassungsprozesse unterbleiben“, wenn die Industrie mit subventionierter Energie weitermacht, wie bisher.
Stahlindustrie fordert schnelle Lösungen
Die besonders energieintensive Stahlindustrie will auf langwierige Reformprozesse des Steuer- und Abgabensystems nicht warten. Grüner Stahl wirke beim klimaneutralen Umbau der Wirtschaft „als Treiber und Verstärker“, weil er seine CO₂-mindernde Kraft über alle stahlintensiven Branchen wie etwa Bau, Automobil- und Maschinenbau entfalte. „Jede Tonne grüner Stahl wirkt sich direkt auf die CO₂-Bilanz der Abnehmerbranchen aus”, so Rippel.
Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik auf die Forderungen der Stahlindustrie reagieren wird. Klar ist jedoch: Ohne schnelle Lösungen droht eine weitere Verschärfung der Krise.

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