
Israel droht mit Annexion des Gazastreifens und Umsetzung von Trumps umstrittenem Umsiedlungsplan
Die Situation im Nahen Osten spitzt sich weiter dramatisch zu. Nach tagelangen Luft- und Bodenangriffen im Gazastreifen, bei denen nach Berichten fast 600 Palästinenser ums Leben gekommen sein sollen, verschärft Israels Verteidigungsminister Israel Katz nun den Ton gegenüber der Hamas deutlich.
Drastische Drohung aus Jerusalem
In einer bemerkenswert scharfen Stellungnahme warnte Katz die Hamas am Freitag, dass die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) damit beginnen würden, weitere Gebiete im Gazastreifen zu annektieren und die dortige Bevölkerung zu evakuieren, sollte die Terrororganisation nicht auf die überarbeiteten Bedingungen eines Geisel-für-Waffenstillstand-Deals eingehen. "Je länger die Hamas sich weigert, desto mehr Territorium wird sie verlieren und an Israel angegliedert werden", so die unmissverständliche Botschaft des Ministers.
Neue Forderungen verschärfen die Lage
Erstmals verlangt Israel nun die Freilassung aller Geiseln - sowohl der lebenden als auch der toten - in zwei Phasen mit einer Waffenruhe dazwischen. Die Hamas ihrerseits gibt Israel die Schuld am Scheitern des zweimonatigen Waffenstillstands, der seit Januar in Kraft war und eigentlich in eine zweite Phase mit Aussicht auf dauerhaften Frieden übergehen sollte.
Trumps umstrittener Plan als Blaupause?
Besonders brisant: Katz bezog sich in seiner Ankündigung explizit auf Donald Trumps höchst umstrittenen Plan zur Massenvertreibung. Die militärischen Operationen gegen die Hamas würden intensiviert, einschließlich der Evakuierung der Bevölkerung in den Süden und der Umsetzung von "Trumps Plan zur freiwilligen Migration" der Gaza-Bewohner.
Internationale Bedenken wachsen
Diese Strategie stößt selbst bei vielen Republikanern auf heftige Kritik. Sie warnen, dass eine solche Politik nicht nur Jahre weiterer brutaler Kriegsführung bedeuten würde, sondern auch die große Gefahr berge, dass sich der Konflikt auf andere arabische Länder ausweitet. Trumps frühere Äußerungen, den Gazastreifen in eine "Riviera des Nahen Ostens" zu verwandeln, werden von vielen Beobachtern als zynisch empfunden.
Das Weiße Haus argumentiert zwar, der Gazastreifen sei derzeit aufgrund von Trümmern und nicht explodierter Munition ohnehin unbewohnbar. Doch eine erzwungene Massenvertreibung der palästinensischen Bevölkerung würde nicht nur gegen internationales Recht verstoßen, sondern auch die ohnehin fragile Stabilität der gesamten Region gefährden.
Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, wie komplex und verfahren die Situation im Nahen Osten ist. Während Israel sein legitimes Recht auf Selbstverteidigung geltend macht, droht die humanitäre Lage im Gazastreifen vollends zu eskalieren.
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