
Stimmungstest in Frankreich: Anleihe-Auktion im Fokus der Investoren
Mit der heutigen Anleihe-Auktion in Frankreich steht ein bedeutender Stimmungstest an, nachdem die Sorge um die politische Stabilität in Frankreich den Risikoaufschlag Pariser Staatspapiere gegenüber deutschen Bundesanleihen auf ein Sieben-Jahres-Hoch getrieben hat. Anleger befürchten, dass Frankreich im Zuge der von Präsident Emmanuel Macron ausgerufenen Neuwahlen in eine Finanzkrise rutschen könnte.
Anleihemarkt: Wichtiger Test für Frankreich
Am heutigen Donnerstag steht in Frankreich die erste Anleiheemission an, seit Präsident Emmanuel Macron den Markt mit der Ankündigung von Neuwahlen schockiert hat. Aus Paris kommen Staatspapiere mit Laufzeiten von drei bis acht Jahren im Gesamtvolumen von bis zu 10,5 Milliarden Euro. Zudem werden inflationsindexierte Anleihen (Linker) begeben.
Mit der Sorge um die Finanzen Frankreichs hatte sich der Risikoaufschlag, den Anleger bei 10-jähriger OAT gegenüber deutschen Bunds fordern, in den letzten zehn Tagen um mehr als 30 Basispunkte vergrößert. Für Verkaufsdruck gegenüber OAT-Anleihen sorgte die Befürchtung, dass Marine Le Pens rechte Partei Rassemblement National (RN) im Falle eines Sieges bei den bevorstehenden Wahlen eine lockerere Finanzpolitik fahren wird. Aus Sorge vor einer Finanzkrise in Frankreich weitete sich der Renditespread zwischen den 10-jährigen Anleihen Frankreichs und Deutschlands auf über 70 Basispunkte aus, den höchsten Stand seit 2017.
Marktreaktionen und Expertenmeinungen
Zwar rechnet niemand mit einem Flop der heutigen Auktion, doch das Auktionsergebnis stelle den „nächsten großen Stimmungstest dar“, sagte Michael Leister von der Commerzbank. Der Bondstratege hält die Hürde für eine weitere Spreadausweitung für hoch.
Fonds wie Candriam und BlueBay Asset Management hatten in dieser Woche signalisiert, dass sie sich wegen des Risikos weiterer Rückschläge von den Wertpapieren fernhalten wollen. Das Volumen französischer Anleiheemissionen lag in diesem Jahr bislang bei 12 bis 13 Milliarden Euro. Auf dem Höhepunkt der letztwöchigen Marktturbulenzen gab das Finanzministerium jedoch ein bescheideneres Ziel für die heutigen Auktionen bekannt. Dies „sollte unterstützend wirken“, sagte Francesco Maria di Bella von der UniCredit Bank.
Potenzielle Risiken und Chancen
Vanguard geht davon aus, dass die Talfahrt bei Frankreich-Anleihen letztendlich Kaufgelegenheiten schaffen wird. Candriam hingegen sieht das Risiko, dass eine fortgesetzte OAT-Baisse zu einer umfassenden Finanzkrise führen könnte. UBS Asset Management befürchtet, dass der politische Aufruhr in Frankreich die europäische Einheit gefährden könnte.
„Wenn die Auktion nicht sehr gut verläuft, wäre das ein Zeichen für eine Menge Unsicherheit“, sagte Chris Iggo, Chief Investment Officer von AXA IM Core. Bei Bondkäufern waren in diesem Jahr französische Papiere mit längerer Laufzeit beliebter. Eine 25-jährige grüne Anleihe, die über Banken angeboten wurde, verzeichnete im Januar Rekordzeichnungen. Eine Emission 30-jähriger Bonds Anfang Juni brachte eine Überzeichnungsquote von 2,86, womit diese nahe einem Vierjahreshoch lag.
Bei den jüngsten Auktionen drei- und fünfjähriger Papiere lagen die Überzeichnungsquoten bei 2,5 beziehungsweise 2,7. Um 10:50 Uhr MESZ werden heute Anleihen mit Laufzeiten bis 2027, 2029, 2030 und 2032 begeben. Um 11:50 folgen Linker mit Fälligkeiten 2027, 2036 und 2053.
Fazit
Die heutige Auktion französischer Anleihen stellt einen entscheidenden Test für die Marktstabilität dar. Angesichts der politischen Unsicherheiten in Frankreich und der möglichen Auswirkungen auf die europäische Einheit bleibt abzuwarten, wie die Investoren reagieren werden. Eines ist jedoch klar: Die Entwicklungen in Frankreich könnten weitreichende Folgen für die Finanzmärkte und die politische Landschaft in Europa haben.

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